Was hat Transfereffizienz mit meiner Freundin aus Paris zu tun?

„Vertrieb hat nix mit Persönlichkeit zu tun!“…oder doch??
10. Februar 2017
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Was hat Transfereffizienz mit meiner Freundin aus Paris zu tun?

Transfereffizienz ist ein Wort, das wahrscheinlich bei den meisten Menschen kein besonders freudiges Gefühl auslöst. Wenn Worte ein emotionales Ranking bekämen, wäre Transfereffizienz im Vergleich zu Erdbeertörtchen, Strandspaziergang oder Urlaubsgeld stark benachteiligt. Wie schade eigentlich, denn Transfereffizienz kann etwas ganz Wunderbares sein!

Ich find’s erstaunlich, dass unser Körper bei Worten so unterschiedlich reagiert. ‚Lob‘, ‚Kritik‘, ‚Massenvernichtungswaffen‘, ‚Kuscheldecke‘ – jedes Wort hat sein eigenes kleines Körpersignal. Diese Signale sendet uns unser Körper so rasant-schnell, dass wir sie meist gar nicht richtig mitbekommen.

‚Transfereffizienz‘ war für mich lange Zeit kein Wort, dass mein Körper motiviert hätte, etwas zu senden. Ein Wort, das eher auf dem Niveau des Wortes ‚Schuhputzmittel‘ angesiedelt war. Heute, als ZRM-Trainer, hat sich ‚Transfereffizienz‘ auf das Signalniveau von ‚Caramellmacchiato‘ hochgearbeitet. Denn es ist genau das, was ich mir als ZRM-Trainer wünsche:

„Heute lernen die Klienten etwas, und in den kommen Tagen und Wochen setzen sie’s um und das ohne weitere Unterstützung durch mich!“

Transfereffizienz hätte ich mir immer gewünscht, zum Beispiel zu Schulzeiten, als ich meine Französisch-Vokabeln lernen musste – spätestens am nächsten Tag wusste ich, wie hoch meine Transfereffizienz war, meist kläglich. Als ich allerdings in Paris eine Freundin hatte und 2 x im Monat mit meinem alten Citroën von Gelsenkirchen nach Paris gefahren bin, um von Freitagnacht bis Sonntagmittag bei ihr zu sein – da lag die Transfereffizienz meiner Französisch-Vokabeln bei gefühlten 80%. Ich hab‘ sogar Vokabel-Aufkleber in meiner ganzen Wohnung verteilt, um jederzeit und überall Worte lernen zu können. (Leider lag dieser Motivationsschub außerhalb meiner Schulzeit.)

Wenn ich daran dachte, mit meiner zauberhaften Freundin durch Paris zu schlendern, war meine Motivation zu lernen einfach überwältigend. Mein Französischlehrer hätte keine Chance gehabt, mit meiner Freundin zu konkurrieren. Doch was, wenn mein Französischlehrer die Fähigkeit gehabt hätte, in mir die Sehnsucht der französischen Lebensart zu entfachen?

Welche Gefühlsmonster steigen in Ihnen auf bei den Worten Verkaufs- oder Telefontraining oder bei dem Satz, „Schatz, ich muss mal mit dir reden“, oder bei ‚Changemanagementprozess‘? Wenn schon bei der Äußerung dieser Wort sich ein Gefühlsmonster regt, da hat’s die Transfereffizienz um so schwerer – arme ‚Transfereffizienz‘, du bist total unterbewertet, doch ich hab dich sehr lieb.

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