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© fotolia © Thomas Reimer

Viele Menschen sind der Meinung, dass Berufswahl eine schwierige Sache ist. Ganz besonders, wenn man nicht so richtig weiß, wohin die Reise gehen soll. Doch auch viele derer, die glaubten zu wissen, wo’s lang geht, stellen nach einigen Jahren fest, dass sie nicht da gelandet sind, wo sie eigentlich annahmen hin zu gelangen.

Gründe für eine Irrfahrt durch den Jobdschungel gibt es viele. Ein Irrglaube bei der Berufswahl liegt in der irrwitzigen Vorstellung, dass man glaubt, dass eine Jobbeschreibung die Realität eines Berufs wieder spiegelt. Wenn das so wäre, hätte ich mich bei meiner ersten Berufswahl anders entschieden und auch bei der zweiten. Und viele Menschen, die ich kenne ebenfalls. Schade nur, dass ich zum Ausprobieren meiner ersten beiden Berufe viele Jahre und sowohl mein Geld als auch das Geld meiner Eltern investieren musste. Es wäre schlauer gewesen, wenn ich mir die Informationen aus erster Hand beschafft hätte und nicht von der Studien- oder Berufsberatung.

Was ich in Berufsprofilen lesen konnte war geschönt. Was mir Verwandte oder klassische Berufsberater (z.B. von der Agentur für Arbeit) über Berufe sagten, die sie gar nicht wirklich kannten, war eingefärbt von ihren Meinungen. Doch die Wahrheit sah total anders aus.

Viele Informationen aus Broschüren oder vom Hörensagen sind so verlässlich und vertrauenswürdig wie die Glanzbroschüren eines windigen Immobilienmaklers einer Ferien-Bungalowanlage auf einer Mittelmeerinsel.

Doch wie soll man sich einen objektiven Einblick verschaffen? Ganz einfach – indem man mit Menschen spricht, genau in dem Bereich, in dem man gern tätig sein will. Mit Menschen, die keine unmittelbare Absicht verfolgen, wenn sie mit mir reden, Menschen die einen weder lieben, noch etwas Böses wollen. Wenn ich das mit der Ferien-Bungalowanlage vergleiche, dann würde das heißen, dass ich dort hinfliegen und mich über das Bauvorhaben informieren würde, bevor ich viel Zeit und Geld investiere.

Ich würde mit Menschen auf der Baustelle sprechen, vielleicht mit Menschen, die schon dort leben, die von dem gleichen Investor oder Immobilienmakler betreut wurden, mit Menschen, die dort Urlaub machen, oder gemacht haben. Vielleicht würde ich sogar mit den Behörden sprechen, die den Bebauungsplan erstellt haben, oder mit der Planungsabteilung, die sich mit der zukünftigen Städteplanung beschäftigt.

Wichtig ist: Verschaffen Sie sich einen Überblick aus erster Hand!

Mit den Menschen ins Gespräch zu kommen wäre ganz einfach: „Guten Tag, mein Name ist…! Ich überlege grad, ob ich mein Geld in diese Ferien-Bungalowanlage investieren sollte. Doch habe ich nicht so viel Geld, dass es mir egal sein könnte, wohin es fließt. Daher dachte ich mir, ich informiere mich mal vorher, – nicht, dass es zu einem bösen Erwachen kommt, wenn ich später hier lebe oder meinen Urlaub verbringen möchte!“ Nach dieser Einleitung kann man davon ausgehen, dass 8 von 10 Personen einem für Fragen zur Verfügung stehen.

Ähnlich könnte man das auch bei der Berufswahl machen!

Viele Menschen unterschätzen den Mehrwert einer Befragung im direkten Umfeld des Berufsfeldes und überschätzen die Aussagen von Menschen, die sich lediglich mit gefährlichem Halbwissen beschäftigen oder Hochglanzbroschüren rausbringen. Zu schnell fühlt man sich von einem Beruf angezogen, vermutet dort ganz bestimmte Befriedigung seiner Bedürfnisse und ehe man sich versieht, hat der Verstand ausreichend Begründungen geliefert, warum man nicht mehr mit Menschen sprechen muss, sondern einfach mal ein Studium beginnt, eine Ausbildung macht, eine Fortbildung besucht, oder, oder, oder. Wenn sich erstmal eine Vorstellung von dem angeblichen Traumjob breitgemacht hat, will man sich partout nicht davon abbringen lassen. Viele der Traumjobs stellen sich nach einigen Jahren allerdings als Alptraumjob dar, doch dann ist das Geld und die Zeit futsch (im schlimmsten Fall inklusive eines abgeschlossenen Studiums, eines Hauses am Stadtrand, dem dazu gehörenden Kreditvertrag und einer Kleinfamilie.)

Nun, falls auch Sie sich grad mal wieder auf dem Weg befinden, den passenden Job zu finden, könnten Sie es ja mal anders probieren.

Als Erstes widmen Sie sich dem Endergebnis Ihrer zukünftigen Berufstätigkeit: Überlegen Sie mal, was Sie bis dahin gern verändert hätten? Was soll anders sein auf der Welt, am Ende Ihres Berufslebens? Möchten Sie gern Menschen verändern, körperlich, psychisch, seelisch, finanziell? Möchten Sie Dinge oder Gegenstände verändern, was oder welche? Möchten Sie die Natur verändern, – was ist dann anders? Möchten Sie die Art, wie Informationen vermittelt werden ändern, – wenn ja, wozu? Was hätten Sie gern anders, wenn Sie sich damit beschäftigen und in ein bestimmtes Gebiet Ihre Fähigkeiten, Ihr Herzblut, Ihr Wissen einbringen? Um diese Frage zu beantworten oder um zu wissen, was Sie mit den Antworten machen, könnte es sein, dass Sie einen Profi brauchen. Und damit Sie nicht im Chaos landen, wenn Sie Ihr Berufsleben auf den Kopf stellen, sollten Sie sich einen Coach suchen, der weiß, wie man sich einen Job angelt, – ohne „Vitamin B“ und ohne Bewerbung. Sie glauben, das geht nicht? Dann rufen Sie mich an, oder schreiben eine Mail: info@ralfhaake.de

Ich kann Ihnen nicht die Antwort auf die Frage geben, was aus Ihnen werden soll. Doch ich ermächtige Sie, Ihren eigenen Weg zu gehen.

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1 Comment

  1. Stefan Breitzke sagt:

    Lieber Ralf,

    schön, Deine klare Meinung zu lesen.

    Ich stimme Dir uneingeschränkt zu, dass Wissen aus erster Hand durch wenig zu ersetzen ist. Prinzipiell ist das manchmal mühsam, und da klinken sich viele zu schnell aus. Gerade bei so wesentlichen Fragen ist das sicher nicht sinnvoll und daher gut von Dir darauf hinzuweisen. Auch ich habe früher oft die Abkürzung nehmen wollen, die sich dann letztlich als deutlich weiter/länger/teurer erwiesen hat.

    Schön wenn Du es anderen ermöglichst, von diesem Erfahrungsgewinn zu profitieren.

    Viel Erfolg und liebe Grüße!

    Stefan

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