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G20 der Götter-Gipfel

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Nein, mit dem in der Überschrift genannten G20-Gipfel ist nicht die Konferenz gemeint, bei der sich die wichtigsten zwanzig Industrienationen 2017 in Hamburg treffen. Ich meine damit den Gipfel der zwanzig einflussreichsten Gottheiten oder diejenigen, die dazu diesjährig eingeladen wurden.

Neben unserem bekannten Gott, (der weder katholisch noch evangelisch ist), sind bei dem diesjährigen Treffen anwesend: Allah, Buddha, Brahma, Rama, Varuna, Aura Mazda, Tiwaz, Zeus, Uranos, Demiurg, Ometecuhtil, Baiame, Odin, Amma, Rangi, Izanagi und Izanami (kommen immer zusammen), Karei, Ta Penn, Bunjil und die einzige Göttin Amatersu. (Über die Frauenquote wurde zwar schon gesprochen, doch haben auch Götter verdammt viel Zeit!) Weitere Gottheiten waren zwar eingeladen, jedoch verhindert.

Alle paar Jahrhunderte trifft man sich an einem himmlischen Ort und spricht über die verschiedenen Themen der Welt, aller Lebewesen, der Pflanzen, der Tiere, der Natur im Allgemeinen und der Menschheit im Speziellen. Man will sich auf Grund aktueller Ereignisse in der Welt mit neuen Regeln beschäftigen, die zum Erhalt der Erde beitragen könnten. Denn immerhin war man an der Entwicklung des Projekts Erde einige Zeit beteiligt gewesen und wollte nicht einfach etwas Neues erschaffen, nur weil man am Tag der Schöpfung des Menschen einen im Tee hatte und die Menschheit trotz ihres einzigartigen Verstandes nicht ganz so pfiffig war, wie die Götter sich das vorgestellt hatten.

Nach langen Diskussionen und göttlichen Sitzungen wurde man sich einig, dass die Vielzahl von Schriften, Überlieferungen und Geboten, die häufig falsch ausgelegt wurden, samt der Komplexität dieser Vorgaben, vor allem die Menschheit überfordere. Tiere seien den Überlieferungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten gefolgt, sehe man mal von einer einzelnen Schlange ab, ebenso die Pflanzen. Doch bei den Menschen hatte man seit geraumer Zeit Zweifel, ob sie wirklich in der Lage seien, den Vorgaben der Götter zu folgen. Einige Götter waren sogar der Meinung, dass die Mutter Erde ohne die Menschheit eher in der Lage sei, ein schönes Leben zu führen. Doch damit würde die alte Langeweile wieder einziehen und viele der Gottheiten müssten sich wieder ihren alten Beschäftigungen hingeben, die langweilig wären im Vergleich dazu, der Menschheit beim kreativen Spiel mit Leben und Tod zuzuschauen.

Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass die Menschheit, mit einer gewissen Intelligenz ausgestattet, dazu in der Lage sein müsste, die Welt mittels der göttlichen Vorgaben so zu führen, dass ein Erhalt aller Arten möglich sein müsste. Bei der Entstehung der Menschheit waren einige Götter zwar skeptisch. Sie mahnten, dass sich bei einigen der Verstand und die Emotionen zu Lasten von Einfühlung und Mitgefühl ausbreiten könnten. Doch hatte man ein gewisses Gottvertrauen und startete das „Experiment Mensch“. Im Gepäck hatte man ihnen einige Gebote mit auf den Weg gegeben.

Nun, zum aktuellen Göttergipfel, sah man sich gezwungen, neue Gebote zu verfassen, die für die Menschheit passender, um nicht zu sagen erwachsener sein sollten. Denn die Menschheit sei nun aus den Kinderschuhen herausgewachsen. Man wollte weg von der Bevormundung. Gebote wie: „Du sollst nicht töten“, „Du sollst nicht stehlen“, „Du sollst nicht falsch Zeugnis abgeben“ und all die anderen Mahnungen hatten im Laufe der Zeit nicht mehr die Wirkung und wurden heutzutage selbst von Vorbildern ganzer Nationen missachtet. Auch die sogenannten sieben Todsünden (Hochmut, Jähzorn, Neid, Trägheit, Wollust, Geiz und Völlerei) trugen nicht dazu bei, die Menschheit in der heutigen Zeit noch davon abzuhalten, genau das Gegenteil zu tun oder zu erstreben. Nach Ansicht der G20 ist es wohl vorbei damit, die Menschheit mit erhobenem Zeigefinger zu maßregeln. Eine religiöse Hoheit der Menschen, sogenannte Religionsführer- Päpste, Mullas und diverse Messiasse, (gibt es eine Mehrzahl von Messias? Oder ging man davon aus, dass es nur einen gibt, daher auch die Mehrzahl sich erübrigt) -, die das Wort Gottes oder der diversen Götter verbreiten sollten, hatten nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Die ursprünglich als Leitbild formulierten Gebote wurden teilweise so fehlinterpretiert, dass man im Namen der Götter zum Beispiel das Töten oder Stehlen als rechtmäßig und vertretbar ansah oder als Kavaliersdelikt auslegte.

Also, was bei der Konferenz rauskommen sollte, war EIN NEUES GEBOT. Eins für alle – von allen. Es sollte einfach und doch individuell sein. Es sollte von jedem verstanden werden, gleichzeitig ermuntern mitzudenken. Menschen sollten gemeinsam darüber sprechen, – ebenso sollte jeder Einzelne sein Leben und sein Wirken auf dieser Welt durch dieses Gebot betrachten und entsprechend handeln. Die G20 wollten dafür sorgen, dass die Menschheit sich gemeinsam Gedanken machte, um diesem Gebot nach zu kommen. Es sollte sowohl in Unternehmen Einzug halten, bei den aktuellen von Menschen initiierten G20-Gipfeln, ihren G7-Gipfeln und allen anderen Gipfeln, bei denen von Menschen viel geredet und beschlossen wird. Das neue Universalgebot sollte weltweit gepredigt werden, möglichst alltagstauglich sein und von allen Schichten und Altersklassen verstanden werden. Es sollte erstrebenswert, moralisch gut, praktisch, divers, interkulturell sein. Es sollte aus maximal 7 Worten bestehen, denn man wollte sicherstellen, dass die Menschen es sich merken können. Da schon beim Koran, diversen Gebetsbüchern und der Bibeln einiges schiefgegangen war, wollte man auf lange Texte verzichten, um noch mehr Fehlinterpretationen zu vermeiden. Es sollte das Gefühl des Menschen ansprechen, doch auch den Verstand auffordern seinen Teil beizutragen.

Am Ende der Konferenz kam folgendes dabei raus, was Mittels dieses Blogs verkündet, analog oder digital verbreitet, möglichst häufig geliked, gepostet oder geteilt werden soll:

„Alle Schriften, Gebote, den Koran oder sonstigen Kram, der im Namen der Götter verfasst wurde, der zu Papier gebracht, auf Pergament gekritzelt oder in Stein geschlagen wurde, –also all das, dem ihr sowieso kaum Beachtung beimesst, – legt das mal für ein paar Jahre an die Seite.

Und versucht es mit dem neuen Gebot, das wir für euch entwickelt haben, quasi Das Gebot 10.1:

Du sollst nicht gleichgültig sein. 

So, nun macht was draus, ihr seid jetzt erwachsen. In ein paar hundert Jahren kommen wir wieder und werden sehen, was ihr draus gemacht habt. Und wenn ihr es verbockt habt, schicken wir Zeus und Odin, die werden euch dann mal zeigen wo’s langgeht, falls ihr euch bis dahin nicht schon selbst entsorgt habt.“

2 Comments

  1. Susanne R. sagt:

    Um die Damen zu verstärken, bitte für die nächste Konferenz vormerken: Lakshmi, Sarasvati und Kali 😉

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